Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2012
Ein Blick hinter die Kulissen
Anlass dieses Artikels ist die Erkenntnis, dass viele Eltern sich keine Gedanken darüber machen, was es bedeutet, ein Trainer beim TV Asberg zu sein. Ich habe mit ihnen gesprochen und mal genauer hingehört und zwischen den Zeilen ihrer Worte gelesen. Das Ergebnis ist so erschreckend, dass es jetzt mal an der Zeit ist, Klartext zu sprechen und die richtige Einstellung wieder herzustellen.
Bevor ich auf die Arbeit und die Verpflichtung eines Trainers näher eingehe, weise ich an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass die Trainer des TV Asberg ehrenamtlich arbeiten, keine Entgelte beziehen und trotz dem bereit sind, eine große Verpflichtung einzugehen.
Ob es nun ein Trainer der Bambinis ist oder der größeren Kinder und Jugendlichen, jeder hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Mannschaft zu trainieren, und jeder erhofft sich, die bestmöglichen Erfolge zu erreichen. Einige haben ihre eigenen Kinder in der Mannschaft, anderen macht es einfach sehr viel Spaß mit Kindern zu arbeiten. Alle tragen einen großen Teil zur Förderung eurer Kinder bei.
Die Trainer haben das gleiche Ziel, aber ihre ganz persönliche Art und Vorstellung eine Mannschaft zum Erfolg zu führen. Diese Freiheit muss man ihnen auch geben. Leider werden sie aber immer wieder zusätzlich von Seiten einiger Eltern unter Druck gesetzt.
Sie stehen zwei- bis dreimal in der Woche für das Training bei jedem Wetter, ob Sonne, Regen, Wind oder Hitze, auf dem Platz und am Wochenende wird ebenfalls ein weiterer Tag für die Meisterschaft geopfert. Sie organisieren Freundschaftsspiele, halten Kontakte zu anderen Vereinen und bestreiten mit euren Kindern Turniere. Welche Motivation treibt sie an, ihre gesamte Freizeit für eure Kinder zu opfern und eine solche Verpflichtung einzugehen? Die Leidenschaft natürlich, das ist ihr Hobby, dafür leben sie. Geopfert werden Privatleben und Entspannung nach dem Berufsleben, nur um mit euren Kindern zu arbeiten.
Sie ermöglichen den Kindern nicht nur ein Hobby, sondern geben ihnen auch die Möglichkeit, einen Traum zu verwirklichen – Fußballer zu werden. Im Verein beginnt der Einstieg für jeden späteren Profi. Die unterschiedlichsten Charaktere treffen aufeinander, mit denen die Trainer umgehen müssen. Sie stellen sich dieser Herausforderung, welche gewiss nicht einfach ist.
Sehen wir kurz mal hinter die Fassade der Vereinsstruktur des TV Asberg. Alle Mitglieder leisten ihren Jahresbeitrag für Versicherung, Sportanlage, Trikots usw. Ist eigentlich jemanden mal in den Sinn gekommen, dass die Trainer hiervon nicht bezahlt werden, es jedoch ohne die Trainer gar keine Mannschaften also diesen Verein gäbe.
Ich frage daher mal gezielt, was tust du, ja genau du, für diesen Verein bzw. die Mannschaft deines Kindes? Beitrag zahlen und sonst nichts, ist auf jeden Fall besser als die Trainer noch zusätzlich zu belasten.
Nach dem ich die Einsatzbereitschaft der Trainer für eure, ich betone eure, Kinder ausführlich geschildert habe, ist es an der Zeit, ein ernstes Wort an die Eltern zu richten.
Wenn ihr nicht bereit seid, die o. g. Verpflichtungen einzugehen und Trainer zu werden, woher nehmt ihr euch dann das Recht heraus, einem Trainer Vorschriften zu machen bzw. deren Entscheidungen beharrlich in Frage zu stellen. Ständig werden Diskussionen geführt, über die Spieldauer, den Einsatz und die Auswechselung des einen und anderen Kindes. Hört bitte auf, die Urteilsfähigkeit ständig in Frage zu stellen. Wenn ihr meint, ihr könnt es besser, dann macht es, neue Trainer sind stets willkommen.
Eine andere Abart ist es, dem Trainer permanent ein Fehlverhalten am Spielfeldrand oder während des Trainings vorzuwerfen. Die falschen Worte, zu viel Gebrüll, zu wenig Motivation usw. Trainer sind auch nur Menschen mit Emotionen, manche können diese zurückhalten, andere eben nicht. Sie leben für den Fußball und wollen euren Kindern gewiss nichts Böses. Sie können es nur manchmal überhaupt nicht verstehen bzw. akzeptieren, wenn Kinder bei den Spielen nicht 100 % sondern gerade mal 50 % ihres Könnens geben. Ein Trainer möchte gewinnen, die Interessen sind für Trainer und Eltern klar, aber den Kindern fehlt es manchmal an Motivation und treibt die Trainer zur Verzweiflung.
Im Training vermittelt der Trainer den Kindern, wie sie sich auf dem Spielfeld zu verhalten haben, welche Position sie spielen und was sie zu tun haben. Dafür wird schließlich trainiert. Das Jubeln und Anfeuern der Mannschaft von den Eltern wird sehr gerne gesehen. Leider meinen jedoch einige, Anweisungen geben zu müssen. Es kann nicht sein, dass die Eltern nun das Zepter übernehmen. Das verwirrt die Kinder unnötig.
Ein besonderer Schlag ins Gesicht ist es, dass Kinder nicht zum Training oder sogar nicht zu Meisterschaftsspielen kommen, weil die Wetterverhältnisse gerade nicht zusagen oder der Einkaufsbummel wichtiger ist. Der Trainer steht mit 6 oder 7 Kindern auf dem Platz von einem sonst 16köpfigen Kader und muss Meisterschaftsspiele absagen. Wie schräg ist das denn! Nicht nur der Trainer wird bei solchen Aktionen mit den Füßen getreten, der stets präsent ist, sondern auch die Mitspieler. Fußball ist Mannschaftssport, wer sich mit dem Wetter nicht anfreunden kann, sollte zu einer Hallensportart wechseln. Auch sei erwähnt, dass für abgesagte Spiele vom Verein Geldstrafen zu leisten sind.
In einigen Mannschaften haben sich bereits Eltern mit viel Einsatzbereitschaft gefunden für die interne Vereinskasse, Organisation von Festen, Abschlussfeiern und Turnieren, usw. Schön wenn es bei euch so ist und vielen Dank an diese Eltern. Es kann aber nicht sein, dass von den Trainern auch hier eine Einsatzbereitschaft massiv gefordert wird, dieser opfert bereits genug Zeit und Energie.
Ob Training oder Meisterschaftsspiel, immer das gleiche Szenario. Der Trainer kommt, schleppt die Tore in Position, steckt das Spielfeld mit Hütchen ab und alle Eltern schauen zu, trinken Kaffee. Nach dem Training dasselbe in umgekehrter Form, nur die Eltern gehen Heim. Wäre es nicht mal angemessen, dass die Eltern beim Auf- und Abbau des Platzes mit Hand anlegen und nicht alles den Trainern überlassen.
Als ich diesen Artikel schrieb war es Winter, der Sportplatz lag einsam und verlassen im Regen dar, keine Mannschaft trainierte, obwohl die Tageszeit ein reges Treiben versprach. Dieses Bild würde sich auch euch bieten, wenn wir keine Trainer hätten. Gerüchten zur Folge, werden wir einen guten Trainer aufgrund genannter Schwierigkeiten gegen Ende der Saison verlieren.
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Es ist selbstverständlich und menschlich, dass die Trainer Fehler machen, mal über die Stränge schlagen oder unfair gegenüber einem Kind agieren. Wichtig ist auch, den Trainer zu informieren, wenn ein Kind nur noch ungern zum Training geht und Probleme hat.
Ich wünsche mir nur eins, denkt einfach mal über das gesagte nach und vergesst nicht:
„Jeder Trainer hat seine ganz persönliche Art und Vorstellung, seine Mannschaft zum Erfolg zu führen. Diese Freiheit muss man ihnen geben.“
Wir wünschen allen Trainern, Betreuern, Eltern und Spielern ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Der Fußballvorstand